Die Global Education Week 2017 findet vom 18. bis 26. November 2017 statt. Das Motto in Deutschland lautet:

Meine Welt, Deine Welt – Bewusster Konsum für nachhaltige Entwicklung

Aktuell verbraucht die Menschheit 60 Prozent mehr an Ressourcen, als die Welt bereitstellt. Machen wir so weiter wie bisher, würden wir im Jahr 2030 bereits zwei Erden benötigen, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken (WWF 2016). Das zeigt: Die Erde ist am Limit und ein dringendes Umdenken ist gefragt. Doch wie soll dieser Wandel angestoßen werden? Und wie können wir als Einzelne dazu beitragen?

Im September 2015 haben die Vereinten Nationen die globalen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) beschlossen. Durch Ziel Nummer 12 „Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen“ soll eine Konsum- und Wirtschaftsweise gefördert werden, die die natürlichen Grenzen unseres Planeten respektiert. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 das Konsum- und Produktionsverhalten der Menschheit so weit zu ändern, dass wir nur so viele Ressourcen verbrauchen, wie auf der Erde nachwachsen. Nur so können auch die kommenden Generationen von der Erde leben. Dazu gehören auch die gerechte Verteilung von Ressourcen auf der Welt und ein faires globales Wirtschaftssystem.

Damit das möglich wird, muss auf mehreren Ebenen angesetzt werden: Zum Beispiel bei den Geschäftsmodellen von internationalen Unternehmen, bei der Beschaffung von öffentlichen Institutionen aber vor allem auch bei jeder und jedem Einzelnen von uns: Wir konsumieren täglich und gestalten dadurch unsere Welt mit – hin zu einer Billig- und Wegwerfgesellschaft oder aber hin zu einer nachhaltigen Welt, in der die Ressourcen global gerecht verteilt sind. Häufig ist unser Konsum unbewusst und ganz selbstverständlich: der Flug in den Urlaub, die Currywurst an der Ecke, das supergünstige T-Shirt oder das schicke neue Smartphone. Dies alles sind Entscheidungen, die wir meist treffen, ohne groß nachzudenken. Dennoch beeinflussen sie die Welt, wenn auch nur im Kleinen. Es macht einen Unterschied, sich bewusst für faire Klamotten, weniger Fleisch oder das Fahrrad zu entscheiden. Durch den Einkauf regionaler Lebensmittel kann beispielsweise der CO2-Verbrauch reduziert werden und fair gehandelte Waren unterstützen verbesserte Arbeitsbedingungen von Menschen im Globalen Süden. Nachhaltigkeit braucht Nachfrage und so haben wir als einzelne Konsument/-innen auch Einfluss auf die regionale und globale Wirtschaft und die Praxis großer Konzerne.

Globales Lernen hat die Aufgabe, ein Bewusstsein für den eigenen Konsum zu fördern, globale Zusammenhänge aufzuzeigen und die Konsequenzen unseres Handelns bewusst zu machen. Die Global Education Week lädt deswegen alle Interessierten dazu ein, selbst Ideen und Projekte zum Thema „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster“ einzubringen und für eine nachhaltige und gerechte Zukunft aktiv zu werden. Der angegebene Zeitraum vom 18. bis 26. November 2017 bietet den Rahmen, um intensiv und bundesweit auf das Thema aufmerksam zu machen. Dieser zeitliche Abschnitt ist aber keineswegs bindend.

Wir laden Sie ein, sich mit einer oder auch mehreren Veranstaltungen und Aktionen zu beteiligen, um die Themen des Globalen Lernens durch die Global Education Week sichtbarer zu machen. Wir freuen uns über zahlreiche Veranstaltungsideen! Ausrichter dieser Woche auf europäischer Ebene ist das Nord-Süd-Zentrum (NSZ) des Europarates in Lissabon. Die europaweite Website zur GEW bietet weitere Informationen und bündelt die Veranstaltungen und Aktionen aller beteiligten Länder.