Published Date: 
09.04.2019

(mz/09.04.2019) Seit mittlerweile drei Jahren setzt sich Susanne Seulberger unermüdlich dafür ein, dass Geflüchtete mit wichtigen Hilfsgütern versorgt werden. Der World University Service (WUS) hat Frau Seulberger für ihr Projekt „Wir alle können etwas tun“ ein Spendenkonto zur Verfügung gestellt. Jede Sach- oder Geldspende geht zu 100% an Not leidende Flüchtlinge, die keinen geregelten Zugang zu Verpflegung und medizinischer Versorgung haben.

Im Jahr 2018 bestand diese Hilfe insbesondere aus der Versorgung mit Medikamenten. So hat  Frau Seulberger spezielle Medikamente für sogenannte Schmetterlingskinder nach Wien geschickt, die dann von dort weiter nach Mossul transportiert wurden. Diese Kinder leiden unter einer genetisch bedingten Hauterkrankung und haben dünne Haut mit Blasen und offenen Wunden. Durch die schlechte hygienische Situation in dem Flüchtlingslager entzündet sich die Haut umso leichter und benötigt antibiotische Behandlung.

In Griechenland konnte Frau Seulberger den Aufbau einer medizinischen Station mit Medikamenten, aber auch mit einem Ultraschallgerät und einer medizinischen Liege unterstützen. Die Gemeinde Aristotelis liegt 60 km vom nächsten Krankenhaus und ca. 120 km von Arztpraxen entfernt. Ein Krankenwagen braucht sogar durchschnittlich zwei Stunden bis er an einem Einsatzort ist.

Die gespendeten Gelder werden regelmäßig für den Transport von Sachspenden verwendet: „Kein Tag vergeht, an dem ich keine Pakete verschicke, annehme oder sortiere“, so Frau Seulberger. Die Spendenbereitschaft ist weiterhin sehr hoch. Decken, Schlafsäcke, Schuhe, Kinderkleidung und Medikamente nimmt Frau Seulberger aufgrund des hohen Bedarfs immer an. Dennoch sind auch die Anfeindungen wie in Form von Drohbriefen gegen Frau Seulberger als Unterstützerin von Geflüchteten in diesem Jahr schlimmer geworden. Sie beschreibt diese Situation folgendermaßen: „Es ist ein ständiger Kampf, dass du versuchst Menschen zu helfen“. Doch von diesen Problemen lässt sich Frau Seulberger nicht beirren und die hohe Wertschätzung ihrer Arbeit gibt ihr Recht. Am 16. November 2018 wurde ihr zur Anerkennung ihres herausragenden bürgerschaftlichen Engagements und ihrer Verdienste um die Allgemeinheit die Bürgermedaille von der Stadt Wiesbaden feierlich verliehen. Dazu gratulieren wir herzlichst.

Mit der Medaille im Gepäck intensiviert Frau Seulberger ihre Hilfe in diesem Jahr: Sie wird erstmal Wiesbaden verlassen, um sich selbst auf den Weg zu Geflüchteten in Rumänien und Griechenland zu machen. Dadurch kann sie weiter Spenden sammeln und gleichzeitig vor Ort wichtige Unterstützung leisten. Dabei lebt sie weiter getreu ihrem Motto „Wer Hilfe braucht, dem helfen wir. Das ist nicht gut, das ist normal“.