Published Date: 
27.11.2018

Projektbeitrag: GEW 2009

Zuckerrübe und Zuckerrohr - EU-Agrarordnung, WTO, Zuckerbarone und fairer Handel!

Im November 2005 haben sich die Landwirtschaftsminister der Europäischen Union (EU) endgültig auf einen Kompromiss bei der Reform der Gemeinsamen Marktorganisation für Zucker (ZMO) geeinigt. Dieser sieht in den nächsten vier Jahren eine schrittweise deutliche Absenkung der Referenzpreise für Weißzucker vor. Trotz weiterer hoher Subventionen und Ausgleichszahlungen hat diese Absenkung Auswirkungen für die Brandenburger Rübenbauern und die einzige in Brandenburg verbliebene Zuckerfabrik in Brottewitz/Elbe-Elster. Das Seminar stellt die komplizierte EU-Zuckermarktordnung vor, untersucht diese Mechanismen und spricht mit betroffenen Bauern und Beschäftigten der Zuckerfabrik, die auch besichtigt wird. Zudem werden Alternativen zur Weißzuckerproduktion besprochen (z. B. der Anbau von Zuckerrüben als Non-Food-Kultur für die Chemie- und Pharmaindustrie sowie für die Produktion von Bioethanol, Biodiesel und Biogas).
Gleichzeitig ändert sich durch die Rücknahme von EU-Agrarsubventionen (u. a. auf Druck der WTO) das Zucker-Weltmarktgefüge, jedoch kaum in Richtung eines nachhaltigen fairen Handels.
In erster Linie werden große Agrarindustriekonzerne profitieren, die Zuckerrohr in riesigen Monokulturplantagen, z. B. in Brasilien anbauen mit entsprechenden Ökologischen und sozialen Folgen, Wirtschaftliche Chancen, z. B. auch des brasilianischen Bioethanolprogrammes, und soziale und Ökologische Risiken einer solchen Agrarindustrie werden mit den Bedingungen in Brandenburg aber auch mit Ökologischen Anbaumethoden und sozialen Projekten in Kooperativen z. B. auf der philippinischen Zuckerinsel Negros verglichen
Diskutiert werden sollen so Chancen und Bedingungen eines wirklichen Fairen Handels und eines gerechten Ausgleiches zwischen Zuckerrüben- und Zuckerrohrproduzenten.

Ort: Schlossherberge Uebigau/Elbe-Elster

Zeit: 27.-29.11.2009

Teilnahmegebühr: 35€/25€ ermäßigt; für Unterkunft, Vollverpflegung, Programm, Transfers

Förderung: Stiftung Nord-Süd-Brücke

 

Kontakt und Anmeldung:
HochVier - Gesellschaft für politische und interkulturelle Bildung e. V.
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14482 Potsdam
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