Published Date: 
23.06.2021

(Juni 2021) „Wegen Corona experimentieren Hilfsorganisationen mit digitalen Technologien. Doch ohne persönlichen Austausch wird es auch in Zukunft nicht gehen“, berichtet welt.sichten – Magazin für globale Entwicklung und ökumenische Zusammenarbeit. Die Digitalisierung bietet im Rahmen der Pandemie Vor- sowie Nachteile. So würde manches einfacher, wie zum Beispiel Online-Trainings zur Vorbereitung auf Zyklone oder Erdbeben, erklärt Adelina Kamal, Direktorin des AHA-Zentrums für humanitäre Hilfe und Katastrophenmanagement der Asean-Staaten. Aufgrund Ausgangssperren und Reiseverboten wird die Hilfe vor Ort erschwert oder sogar unmöglich. Aus diesem Grund probieren sich Hilfsorganisationen an digitalen Technologien aus, doch ausreichend ist dies nicht. Vor allem Technologien, die vor der Pandemie bekannt und in Gebrauch waren, werden von den Hilfsorganisationen genutzt. Neue Hilfsmittel, wie der Einsatz von Drohnen zur Fiebermessung, hätten sich hingegen weniger durchgesetzt. Zusätzlich warnt das Overseas Development Institute (ODI) vor einer Verstärkung der sozialen Ungleichheiten in Entwicklungs- und Schwellenländern durch die Digitalisierung der humanitären Hilfe. Menschen ohne Internetzugang oder Smartphones würden stärker benachteiligt und von Informationskreisläufen ausgeschlossen werden. Die ODI-Studie und auch die AHA-Direktorin Kamal sind sich einig, dass der Hilfssektor auf persönliche Begegnungen angewiesen ist und die Digitalisierung kein vollständiges Heilmittel zur Pandemie darstellt.

Info: welt.sichten – Magazin für globale Entwicklung und ökumenische Zusammenarbeit, Emil-von-Behring-Straße 3, 60439 Frankfurt am Main, Tel. 069 58098-138, redaktion[at]welt-sichten.org, https://www.welt-sichten.org/artikel/38656/nothilfe-geht-nicht-rein-digital