Published Date: 
31.03.2021

(März 2021) Der im Mai 2020 verabschiedete, im Januar 2021 veröffentlichte Weltbankbericht 2021 (World Development Report – WDR) trägt den Titel „Data for Better Lives“. Er beginnt mit der Feststellung, dass digitale Daten zukünftig weltweit eine immer größere Rolle spielen werden, und fragt danach, welche Chancen sich dadurch für die 700 Millionen Menschen ergeben, die in extremer Armut leben. Wie verändert sich zudem, fragt der WDR, das Dasein von 900 Millionen Menschen, die keinen Zugang zu Elektrizität haben und nicht an der digitalen Ökonomie teilhaben können? Um diese Fragen zu beantworten, greift der Bericht auf Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Forschung, Erfahrungen internationaler Entwicklungsagenturen, Befunde aus dem kommerziellen Bereich sowie frühere Weltbankberichte zurück. Im ersten Teil werden Überlegungen angestellt, wie Daten effektiver genutzt werden können, um die Ergebnisse politischer Maßnahmen, die Gestaltung von Programmen sowie die Bereitstellung von Dienstleistungen zu verbessern und zudem eine erhöhte Markteffizienz und vermehrte Schaffung von Arbeitsplätzen zu erreichen. Die zentrale Botschaft lautet, dass immer noch zahlreiche Daten nicht ausgewertet werden, obwohl diese dazu betrage können, das Leben armer Menschen zu verbessern. Der zweite Teil des WDR behandelt die Themenfelder Regierungsführung, Recht, Politik und Infrastruktur. Er identifiziert drei Gruppen von Akteur*innen, die durch eine entsprechende Auswertung von Daten zur Verbesserungen der Lebenssituation armer Menschen beitragen können: 1. Regierungen und internationale Organisationen werden durch die Auswertung entsprechender Daten in die Lage versetzt, ihre Maßnahmen an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen. 2. Die Zivilgesellschaft kann die Erfolge des Regierungshandelns bewerten, Individuen werden dazu befähigt, die für sie geeigneten Dienste in Anspruch zu nehmen. 3. Unternehmen und ihre Produktionsdaten werden in Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Entwicklungsziele überprüft. Der WDR endet mit zwei Botschaften: 1. Alle Maßnahmen sind an den jeweiligen Kontext anzupassen. In den Ländern des Globalen Südens sind u. a. die Stärke von Institutionen und die technischen Kapazitäten zu berücksichtigen. 2. Angesichts der sich schnell verändernden digitalen Landschaft muss zielführendes Handeln dynamisch und inklusiv sein. Der Austausch von Daten zwischen unterschiedlichen Akteur*innen wird zunehmen und parallel zu digitalen und technologischen Innovationen erfolgen.

Info: The World Bank, 1818 H Street, NW Washington, DC 20433 USA, Tel. 001 202 473-1000, www.worldbank.org, www.worldbank.org/en/publication/wdr2021