Autor: 
Toni Keppeler
Jahr: 
2021
ISBN: 
978-3-85869-913-8
Preis: 
24,00€

„Wer in Europa an die Diskriminierung von Schwarzen denkt, denkt zuerst an die USA.“ Doch welche Rolle spielen Sklaverei und Rassismus im Rest der amerikanischen Länder? Toni Keppeler analysiert mit seinem Buch „Schwarzer Widerstand. Sklaverei und Rassismus in Lateinamerika und der Karibik“ die verschiedenen Geschichten amerikanischer Länder jenseits der USA und verfolgt das Ziel, Zeuge zu sein: Zeuge der angetanen Grausamkeiten, aber auch der Widerstände, die rassifizierte Menschen in Lateinamerika und der Karibik erlitten und geleistet haben.

Während die USA nur fünf Prozent der aus Afrika verschleppten Sklaven importiert haben, ist die Geschichte der Sklaverei dort gut erforscht: Rund 80 Prozent sowohl der einschlägigen Literatur als auch der Spielfilme behandeln die USA. Keppeler füllt diese Lücke, indem er historische Recherchen und aktuelle Reportagen verknüpft und einen Fokus auf die Kulturen, Lebensumstände, Traditionen, Religionen und Widerstände der Menschen aus Lateinamerika und der Karibik legt. Insbesondere Menschen des Globalen Nordens müssten mehr über den einzig erfolgreichen Sklavenaufstand jemals in Haiti, über Martinique als Herkunftsort Aimé Césaires und Frantz Fanons, und über Brasilien, das die meisten Sklaven importierte, erfahren. Kaum jemand wisse beispielsweise, dass in der Karibik mehr afrikastämmige Menschen leben als Indígenas oder dass Chile seine Unabhängigkeit einem Heer verdankt, das zur Hälfte aus Schwarzen bestand. Dies versucht Keppeler zu ändern, damit auch Menschen europäischer Staaten sich ihrer Schuld und Verantwortung bewusster werden. Am Schluss seines Buches gibt der Autor einige Hinweise zu Handlungsoptionen sowie (Belletristik-)Literatur zum Weiterlesen mit auf den Weg.

Rotpunktverlag, Zürich, 256 S., https://rotpunktverlag.ch/buecher/schwarzer-widerstand