Autor: 
Kim Thúy
Jahr: 
2021
ISBN: 
978-3-95614-4561
Preis: 
20,00€

Wohin gehört man, wenn man nicht weiß, woher man kommt? In ihrem neuen Roman schreibt Kim Thúy ebenso emotional wie eindrucksvoll über die Geschichte Vietnams und seiner Bevölkerung. „Großer Bruder, kleine Schwester“ erzählt von der unerwarteten Liebe zwischen Mai, der vietnamesischen Widerstandskämpferin und Alexandre, dem französischen Plantagenbesitzer. Von ihrer Tochter Tam, die als einzige einen Angriff auf Alexandres Plantage überlebt. Von Louis, dem Sohn einer Vietnamesin und eines Schwarzen GIs, der schon mit sechs Jahren die Kunst des Taschendiebstals beherrscht und sich damit allein durchschlagen muss. Und von einem Baby mit reisfeldgrünen Augen, das kurz nach seiner Geburt auf den Straßen Saigons ausgesetzt wird. Aus wechselnden Perspektiven wird in kurzen, eindringlichen Kapiteln ein Netz aus all diesen Lebensfäden gespannt. Kim Thúy erzählt so zärtlich wie erschütternd vom Schicksal der Kriegskinder aus Vietnam, die, weil sie einen französischen oder amerikanischen Vater hatten, in für sie fremde Länder gebracht wurden. Inspiriert von der Operation Babylift, bei der 1975 vietnamesische Kinder ohne Eltern ins Ausland geflogen wurden, beschreibt Kim Thúys Roman in so knappen wie atmosphärischen Bildern das Schicksal dieser Kinder. Sie leben mit traumatischen Erinnerungen in fremden Ländern, meist in Adoptivfamilien, und müssen eine eigene Identität und Zugehörigkeit finden.

München, Verlag Antje Kunstmann GmbH, 155 S., https://www.kunstmann.de/buch/kim_thuy-grosser_bruder-_kleine_schwester-9783956144561/t-0/