Autor: 
Lina Atfah
Jahr: 
2019
ISBN: 
978-3-86532-641-6
Preis: 
22,00€

Der 2019 erschienene Lyrikband „Das Buch von der fehlenden Ankunft“ erzählt von den Erlebnissen Lina Atfahs, die 2014 aus Syrien floh. Das Regime bestrafte sie schon 2006 für ihre vorgetragene Lyrik, die als „Gotteslästerung“ und „Staatsbeleidigung“ bezeichnet wurde. Erst in Deutschland konnte Atfah über die Erlebnisse und Eindrücke ihres Lebens in Syrien sowie ihrer Flucht vor dem Regime frei erzählen. Die Erzählungen wurden dafür aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt. Atfah fasst auf bildhafte, persönliche und poetische Art und Weise in Worte, was reine Tatsachenberichte über die aktuelle Situation in Syrien allein nicht vermitteln können.

Nicht nur ihre Wut über den Krieg und die Grausamkeiten, die sie miterleben musste, bringt Atfah zum Ausdruck, sie schafft auch einen sinnlichen und mythischen Einblick in die arabische Welt. Der Schreibstil Atfahs ist zwar rhythmisch organisiert, jedoch ohne ein strenges Versmaß und in einer freien Form verfasst. Mit den unterschiedlichen Themen verändern sich auch Form und Stil der Dichtungen und lassen die Leser/-innen immer wieder in die Erzählungen eintauchen.

So sagt auch Nino Haratischwili über Lina Atfah: „Lina findet Worte für die, die sie verloren haben. Sie sucht nach einer Sprache inmitten der Sprachlosigkeit. Sie macht für mich etwas greifbar, was in seiner ganzen Grausamkeit zur Abstraktion verkommen ist. Sie erzählt Geschichten von ihrer Welt, die zum Abschuss freigegeben worden ist.“

Bielefeld: Pendragon, 152 Seiten, http://www.pendragon.de/book/das-buch-von-der-fehlenden-ankunft/