Autor: 
Bénédicte Savoy
Jahr: 
2021
ISBN: 
978-3-406-76696-1
Preis: 
24,00€

Warum ist Afrikas Kunst, die während der Kolonialzeit massenweise in europäische Museen gelangt war, noch nicht zurückgegeben? Auf der Grundlage von unzähligen bisher unbekannten Quellen aus Europa und Afrika erzählt Bénédicte Savoy die Geschichte des postkolonialen Aufbruchs und sein Ersticken. Sie fragt danach, welche Akteure, Strukturen und Ideologien damals dafür sorgten, dass das Projekt einer geordneten, fairen Rückgabe von Kulturgütern scheiterte. Eine verpasste Chance und Niederlage, die heute mit umso größerer Wucht zurückschlägt. Afrikas Bemühungen um seine in der Kolonialzeit nach Europa verbrachte Kunst sind keineswegs neu. Schon bald nach 1960, als 18 ehemalige Kolonien die Unabhängigkeit erlangten, wurde von afrikanischen Intellektuellen, Politikerinnen und Politikern und Museumsleuten eine ungeheure Dynamik in Gang gesetzt. In ganz Europa suchten daraufhin Politikerinnen und Politiker, Journalistinnen und Journalisten, Akademikerinnen und Akademiker und einige Museumsleute einen Weg, afrikanische Kulturgüter im Sinne einer postkolonialen und postrassistischen Solidarität zurückzugeben. Die Argumente aber, mit denen andere versuchten, die Forderungen aus Afrika zu entkräften und Lösungen zu verhindern, ähneln auf frappierende Weise denen von heute. Schließlich verlief alles im Sand. Der Kampf, der durchaus Unterstützung im Westen gefunden hatte, war nicht nur vergebens, er wurde auch erfolgreich vergessen gemacht.

Info: VERLAG C.H.BECK oHG, 80703, München, 256 S., www.beck-shop.de/savoy-afrikas-kampf-kunst/product/31838169