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(November 2021) Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) hat in einer Studie die zunehmende Verwendung des Begriffs „Globaler Süden“ in akademischen Publikationen seit den 1990er Jahren untersucht. Die Forschenden stellen fest, dass der Begriff selten mit expliziten Definitionen des Begriffs verbunden wird. Vielmehr wird die auf den Süden bezogene Terminologie als Sammelbegriff für die Regionen Afrika, Lateinamerika und die Karibik sowie Teile Asiens und Ozeaniens verwendet. Dabei zeigen Einblicke aus China, der Karibik, internationalen Verhandlungen und der akademischen Wissensproduktion die Heterogenität der Realitäten des „Südens“ und eine zunehmende Komplexität, die das Nord-Süd-Gefälle überschreitet. Vor diesem Hintergrund untersucht der einführende Beitrag, wie die Nord-Süd-Binarität und die Kategorie des Globalen Südens analytisch genutzt werden können. Insgesamt plädiert die Studie für eine themenbezogene und feldspezifische Verwendung des Begriffs Globaler Süden als Teil einer differenzierteren Auseinandersetzung mit selbstverständlichen Kategorien. Die DIE-Studie ist in der Septemberausgabe der Zeitschrift „Third World Quartely“ erschienen.

Info: Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Tulpenfeld 6, 53113 Bonn, Ansprechpartner: Dr. Sebastian Haug, Tel. 0228 94927109, sebastian.haug[at]die-gdi.de, www.die-gdi.de