Published Date: 
Mittwoch, 25.03.2020

#STUBEacts gegen Corona: Studierende für die Landwirtschaft in Hessen gesucht

STUBE Hessen ruft Studierende dazu auf die Landwirtschaft in Hessen aktiv zu unterstützen. Derzeit gibt es hessenweit viele freie Stellen in der Landwirtschaft, die auch bezahlt werden.

„Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie stellen die gesamte Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Auch die Landwirtschaft ist in besonderer Weise betroffen: Durch die aktuelle Witterung beginnt die Spargelsaison in diesem Jahr deutlich früher. Für alle, die wie ich gerne hessischen Spargel essen, eigentlich ein Grund zur Freude. Leider können in Folge der Grenzschließungen viele der fleißigen und für die Spargelernte unverzichtbaren Saisonarbeitskräfte aus Südost- und Osteuropa im Moment nicht oder nur mit großer Mühe nach Deutschland einreisen“, erklärte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz. Die Lage in den Betrieben ist sehr ernst, denn ohne die Erntehelferinnen und Erntehelfer kann beispielsweise Spargelernte nicht bewältigt werden. Engpässe beim Spargel, aber auch bei anderen Gemüsearten könnten die Folge sein. Auch fürchten die Landwirtinnen und Landwirte in dieser Situation um ihre Existenz.

Auf der Seite des Hessischen Bauernverbandes erhalten Interessierte eine aktuelle Übersicht über Plattformen zur Vermittlung von Saisonarbeitskräften an Betriebe mit Bedarf.

Studierende, die durch die Pandemie in eine (finanzielle) Notlage geraten sind, können sich zudem an die Evangelischen Studierendengemeinden (ESGn) und Katholischen Hochschulgemeinden (KHGn) an ihren Hochschulorten wenden.

Der World University Service (WUS) setzt sich zwischenzeitlich aktiv für die Interessen und Belange der internationalen Studierenden in Deutschland ein. In einem Beitrag des Tagesspiegels vom 24. März 2020 bezieht sich Elena Matera auf die Forderungen des World University Service (WUS) e.V., die Notfallfonds für ausländische Studierende im Rahmen der Corona-Krise aufzustocken. Sie zitiert dabei Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des WUS, der bereits vor Tagen eindringlich auf die prekäre Situation anhand von Beispielen aufmerksam machte und hierzu bereits die Länderministerien und die Bundesbildungsministerin informierte, doch bisher kam keine Antwort. „Wir werden weiter Druck machen“, sagt Ghawami. „Wir dürfen die internationalen Studierenden in dieser Krise nicht vergessen.

Zum Schluss möchte STUBE Hessen über die Aktion #STUBEacts informieren. Studierende aus Hessen sind dazu aufgerufen ältere Menschen, Nachbarn, andere Studierende in Quarantäne, Menschen aus Risikogruppen zu unterstützen, z.B. durch Erledigung von Einkäufen. Bei Interesse können sie eine kurze Mail an stube@wusgermany.de  (Tel +49 611-9446171) senden. Studierende, die selbst betroffen sind und Unterstützung benötigen, können sich ebenfalls an STUBE wenden. STUBE Hessen wird im Rahmen der Aktion über Möglichkeiten informieren, wie Studierende aktiv werden und gemeinsam das Projekt #STUBEacts umsetzen können. Studierende, die bereits aktiv sind, können für ihr Engagement mit dem Hashtag #STUBEacts auf Social Media werben. STUBE Hessen teilt gerne weitere Initiativen und dankt insbesondere allen Studierenden, die sich in diesen herausfordernden Zeiten solidarisch zeigen.

Published Date: 
Mittwoch, 25.03.2020

Appell an Medizinstudierende in Hessen angesichts der COVID-19-Pandemie

Wiesbaden, 25. März 2020. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) sowie mehrere hessische Universitäten und deren Universitätskliniken rufen Studierende mit Medizin- und Pflegekenntnissen dazu auf, in der Bekämpfung der Corona-Pandemie ihre Hilfe zur Verfügung zu stellen. Wissenschaftsministerin Angela Dorn wies darauf hin, dass „Studierende mit Medizin- und Pflegekenntnissen einen wichtigen Beitrag leisten“ können und bittet darum, „den Aufrufen der Universitäten und Universitätskliniken in Frankfurt, Gießen und Marburg zu folgen.“

An der Goethe-Universität Frankfurt sind bereits mehr als 500 Studierende diesen Appellen gefolgt und haben sich gemeldet. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung zu „COVID-19“ kann dann ein Einsatz erfolgen.

Das Universitätsklinikum Marburg bereitet sich ebenfalls darauf vor, dass in den kommenden Wochen eine größere Anzahl an COVID-19 erkrankten Patientinnen und Patienten zu behandeln ist. Medizinstudierende, sowohl in höheren als auch niedrigeren Semestern, könnten hier in verschiedenen Bereichen besonders gut unterstützen.

Auch das Universitätsklinikum Gießen und die Justus-Liebig-Universität verzeichnen bereits rege Teilnahme und Engagement von über 300 Medizinstudierenden, die helfen wollen, „wo immer es geht.“ Die weltweite Pandemie COVID-19 betrifft alle Menschen auf allen Kontinenten und jede und jeder kann helfen, wo er oder sie gerade steht. Daher wird jede Unterstützung benötigt, sei es in der Nachbarschaftshilfe, im medizinischen Bereich oder in der öffentlichen Verwaltung bis hin zum Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Aufruf der Uni Frankfurt

Aufruf der Uni Gießen

Aufruf der Uni Marburg

Quelle: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, 20.03.2020

 

Published Date: 
Donnerstag, 06.02.2020

Uni-Assist: Teurer Stolperstein für internationale Studierende in Deutschland!

Baustelle internationale Mobilität! Dem Aufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) folgend, befinden sich rund 140 Berliner Beschäftige von uni-assist e.V., einem Dienstleister der deutschen Hochschulen, in einem dreitägigen Warnstreik. Eine Ausweitung des Streiks wird sich auf die internationalen Studienbewerber/-innen, die im kommenden Sommersemester in Deutschland studieren möchten, auswirken. WUS fordert die Rückverlagerung der Aufgaben an die Hochschulen.

Wiesbaden, 04. Februar 2020. „Der Kompass ist auf Tarifvertrag gestellt“! lautete die Parole der uni-assist-Beschäftigten am 29. Januar 2020. Grund: ver.di fordert neben der Anwendung des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD Bund) eine Reduzierung der durchschnittlichen Arbeitszeit und transparente tarifvertragliche Regelungen im Umgang mit Befristungen und Entfristungen. Die organisierten Beschäftigen wissen, dass die Ausweitung des Warnstreiks Auswirkungen auf internationale Studienbewerber/-innen haben wird, „sehen allerdings keine anderen Möglichkeiten mehr, ihren Anliegen Gehör zu verschaffen“. Der Warnstreik gibt Anlass die Hürden, die der Dienstleister uni-assist e.V. für internationale Studierende birgt, hervorzuheben. Wie unterschiedlich die Erfahrungen mit uni-assist sein können, zeigen die Berichte internationaler Studierender, die sich beim World University Service (WUS) gemeldet haben.

Auch wenn er selbst gute Erfahrungen gemacht hat und sich bereits in Deutschland befand, bevor er sich auf ein Studium bewarb, berichtet ein nepalesischer Medizinstudent dem WUS, dass  viele seiner Freunde in Nepal Probleme bei der Überweisung der Gebühr haben. Die Bearbeitungskosten für den ersten Studienwunsch: 75,00 EUR. Für jeden weiteren Studienwunsch kommen 30,00 EUR hinzu. „Bei uni-assist kann man entweder mit Kreditkarte zahlen oder per Banküberweisung. Da in Nepal nicht viele über Kreditkarten verfügen und Banken aus gesetzlichen Gründen verweigern Geld ins Ausland zu überweisen ist es zumindest ein schwieriger Prozess.“

Eine indonesische Studentin beklagt den hohen bürokratischen Aufwand bei uni-assist. Trotz erfolgreichem Abschluss des Bachelorstudiums an der Frankfurter Goethe-Universität, plagte sie lange die Ungewissheit, ob die nötigen Unterlagen zur Bewerbung eines Masterstudiums von uni-assist akzeptiert werden. Sie machte bereits zu Beginn ihres Bachelorstudiums schlechte Erfahrungen und wollte umso besser auf die Bewerbung zum Masterstudium vorbereitet sein. Dazu nahm sie vorab die universitäre Beratung in Anspruch, die ihr versicherte alle nötigen Unterlagen für den Studiengang vorliegen zu haben. Gemeinsam haben sie und der Berater die Unterlagen bei uni-assist hochgeladen. „Eine Woche vor Bewerbungsfrist erhielt ich die Nachricht über die Unvollständigkeit meiner Unterlagen. Ich sollte die Studienleistungen meines Studiums in Indonesien einreichen, obwohl ich meinen Bachelor in Deutschland abgeschlossen habe. In wenigen Tagen versuchte ich diesen Nachweis nachzureichen. Leider erreichte mich die Information über die Vollständigkeit meiner Unterlagen erst nach der Bewerbungsfrist für den Masterstudiengang. Es war eine sehr stressige Zeit, da wir als internationale Studierende für die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis stets Nachweise über den weiteren Studienverlauf erbringen müssen.“ Es zeigt sich, dass an den Hochschulen und uni-assist geteilte Zuständigkeiten vorliegen.

Hier wird deutlich, dass das Outsourcing Konzept sich nicht bewährt hat. „Die Bewertung der Hochschulzugangsberechtigungen gehört zurückverlagert an die Hochschulen. Hierzu müssen die Hochschulen besser mit Personal ausgestattet werden.“, fordert Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service (WUS).“ Zu einer „Willkommenskultur des Studienstandortes Deutschland“ sollte es gehören, dass die Hochschulen selber in der Lage sein sollten, Studieninteressierte zu beraten, deren Zulassungsanträge selber zu prüfen und die Studierenden willkommen zu heißen, statt wie bisher sie über uni-assist in ein kafkaeskes und teures Verfahren zu schleusen. Die Deutschen Länder sollten die Hochschulverwaltungen so ausstatten, dass sie ihrem Anspruch und Auftrag zur Internationalisierung des Studienstandortes Deutschland gerecht werden können, “ so Ghawami abschließend.

Published Date: 
Mittwoch, 04.12.2019

Weihnachten international 2019

Welche Eindrücke haben internationale Studierende von den deutschen Weihnachtstraditionen? Gibt es Ähnlichkeiten zum Herkunftsland? Unser STUBE-Aktiver Janak Dhakal aus Nepal erzählt von seinen Eindrücken und von ähnlichen nepalesischen Traditionen:

Hallo, Ich bin Janak Dhakal aus Pokhara, Nepal. Bei uns in Nepal gab es früher nicht so viele Christen. Daher habe ich dort Weihnachten auch nie miterlebt. Ich kann mich aber erinnern, dass ein Bus von der St. Marys Schule voll mit Schokolade unterwegs war. Heute ist es ein bisschen anders, man sieht schon Weihnachtsbäume in den Supermärkten und auf den Straßen. Bei uns in Nepal haben wir viele Feste. Die zwei größeren sind Dashainfest und Tiharfest. Ich fliege meistens nicht über Weihnachten nach Nepal, sondern in den Sommerferien. Am Anfang war Weihnachten für mich ein ganz neues Erlebnis. Die Weihnachtmärkte und der Glühwein haben mir besonders gut gefallen. Obwohl ich Weihnachten nicht feiere, finde ich aber die Stimmung dieses Festes wunderschön. Der Adventskalender und die Plätzchen sind einfach toll, sie können jeden nur glücklich machen. An Weihnachten versuche ich auch immer mit Freunden was zu unternehmen.  Es ist sehr schön, dass ich dieses wunderschöne Fest und die Kultur hier miterleben kann. Genau wie Weihnachtssingen ist bei uns das Tiharfest (Lichtfest) - auch ein ähnliches Liedersingen mit besonderen Liedern. Es wird von Haus zu Haus gegangen und gesungen. Die Kinder freuen sich besonders drauf, weil ihnen nach dem Singen immer Geld geschenkt wird. 
 

Published Date: 
Mittwoch, 04.12.2019

Weihnachten international 2019

Wie verbringst du die Weihnachtstage? Was gefällt dir hier in Deutschland? – Das haben wir unsere STUBE-Aktive Wed gefragt. Sie berichtet von ihren Erlebnissen:

Ich bin Wed und komme aus dem Jemen. Bei uns feiert man kein Weihnachten, da Jemen ein muslimisches Land ist und wir auch. Aber durch die Medien und Filme, besonders "Home alone" ist uns Weihnachten bekannt. Was ich persönlich "hier in Deutschland" cool finde, sind die Weihnachtsmärkte. Sie machen Weihnachten einfach besonders. Witzigerweise habe ich mit einer Freundin letztes Wochenende darüber gesprochen. Sie kommt aus Südamerika, und meinte, dass es bei ihnen keine Weihnachtsmärkte gibt. In Deutschland aber liegt Schnee, es ist kalt und vor allem gibt es den Weihnachtsmarkt.

Ich verbringe die Weihnacht entweder bei meiner deutschen Familie oder aber auch bei meinen deutschen Großeltern. Bei meiner deutschen Familie ist natürlich cool, da die Familie vier Kinder hat. Man kann Weihnachten in einer natürlichen Weise erleben. Aber was diese Zeit für mich mega besonders macht, ist, wenn ich sie bei meiner Großeltern verbringe. Dadurch, dass sie keine Kinder mehr im Haus haben, machen sie alles extra für mich. Mein Großvater holt uns einen Baum. Meine Großmutter schmückt den mit Liebe und je nach Farbe.

Ich finde, dass ich Glück habe. Weil ich als „international student" die Weihnachten mit Familien verbringen kann und nicht alleine.

Published Date: 
Mittwoch, 27.11.2019

Internationale Studierende aus 16 Nationen diskutieren zu verantwortungsvoller Migrationspolitik

Wiesbaden, 23. November 2019. Migration und Flucht wird aktuell auf allen Ebenen diskutiert. Doch was passiert, wenn Studierende aus Asien, Lateinamerika und Afrika miteinander über Migration, Flucht, Integration und Studium debattieren? Anlass der Debatte war das Seminar „Verantwortungsvolle Migrationspolitik – gibt es sowas?“, organisiert von STUBE Hessen und dem EuropeAid-Projekt InterCap vom 22. bis 24. November 2019 in Wiesbaden. STUBE Hessen ist ein Projekt des World University Service (WUS) und wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Den Höhepunkt des Seminars bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Herkunft, Ankunft, Zukunft – wer trägt die Verantwortung für Migration?“. Für drei Stunden verwandelte sich der Seminarraum in der Jugendherberge Wiesbaden zu einem Podium für einen dynamischen Austausch. Die Moderatorin Felicitas Nilles führte die Seminarteilnehmenden durch die Fragen nach Migration im Alltag, Integration und dem Berufseinstieg.

„Wurdet ihr schon einmal gefragt, wo ihr ursprünglich herkommt?“, fragt sie alle Anwesenden. Die Antwort, einstimmig: „Ja“. Aber welche Emotionen löst diese Frage aus? Podiumsgast Mohammad Alissa, Doktorand der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und Gründer des Vereins Malik – Bildung ist Zukunft e.V. findet, die Frage sei normal. Er selbst frage seine Studierenden nach ihrer Herkunft, weil ihn das interessiert. Kritisch wird es, wenn die Frage negative Hintergründe hat. Genauso verhält es sich mit der Nachfrage, wann er denn wieder zurück nach Syrien gehe?

Aicha de Bah-Diallo, Frauenrechtlerin und Projektkoordinatorin bei jumpp - Frauenbetriebe e.V. in Frankfurt, sieht es etwas anders: „Ich mag diese Frage nicht. Man wird auf seine Herkunft reduziert. Wenn ich sage, ich komme aus Guinea, hören die Leute erstmal Kenia. Was sagt die Tatsache über mich aus, dass ich aus Guinea komme? Nichts eigentlich, oder?“. Der Diskurs in den deutschen Medien über Afrika sei überwiegend negativ. „Ich sehe fremd aus. Wenn ich gefragt werde, woher ich komme, heißt das, dass ich irgendwie nicht dazu gehöre. Nur wenn ich fühle, dass ich dazu gehöre, dann öffne ich mich.“

Überschreitet die Frage nach der Herkunft Grenzen? Die Meinungen dazu sind vielfältig. Deshalb gab es einen freien Podiumsplatz, den die Seminarteilnehmenden einnehmen konnten, um dem Podium beizutreten. So berichtete eine Studentin aus Mexiko, dass sie Integration als Prozess verstehe. Es dauere einige Jahre, um das Zielland als Heimat bezeichnen zu können.  Mit Migration verbindet die Soziologie-Studentin Wed Al Dobhani „bunt zu sein, anders zu sein, aber nicht unbedingt negativ. Es bedeutet, dass ich etwas bekomme, wie z.B. neue Sitten und Informationen, aber auch etwas von meinem Hintergrund gebe.“ Für Mohammad Alissa bedeutet Migration Sicherheit, aber auch Heimweh und viel Leiden. Dennoch müsse man fleißig sein und dieses negative Gefühl als Investition sehen, um seine Ziele zu erreichen, so der Doktorand.

Für Studierende mit Migrationshintergrund stellen sich zudem Herausforderungen: der Einstieg in das Studium und später in den Job sind oft nicht einfach. Der Podiumsgast Sebastian Koch, Doktorand am Lehrstuhl für Personalwirtschaft der Goethe-Universität Frankfurt hat sich den Fragen zum Berufseinstieg angenommen: Gibt es Vorurteile seitens des Arbeitgebers? Welche Voraussetzungen bringen deutsche und ausländische Studierende beim Berufseinstieg mit? Er betonte, dass berufsvorbereitende Aktivitäten von Studierenden wie Praktika und ehrenamtliches Engagement wichtig sind, um sich bereits im Studium ein Netzwerk aufzubauen und positive Signale an potentielle Arbeitgeber zu senden. Oft werde der Stellenwert solcher Aktivitäten von ausländischen Studierenden unterschätzt.  Es dauerte nicht lange, bis sich eine lebendige Diskussion entfaltete und die Studierenden von ihren Erfahrungen und Herausforderungen zu Beginn des Studiums berichteten. Es gibt noch viel Gesprächsbedarf untereinander und mit der Öffentlichkeit. Jede Geschichte ist einzigartig und so sind auch die Antworten. Ein Student resümiert: „In erster Linie sind wir alle erstmal Menschen!“

Published Date: 
Mittwoch, 02.10.2019

Internationale Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika simulieren die Vereinten Nationen in Bad Homburg

Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika diskutierten in Bad Homburg zu Transparenz und Korruption in der internationalen Politik und simulierten die Generalversammlung der Vereinten Nationen

Wiesbaden, 2. Oktober 2019. Schon 1946 kamen Studierende aus aller Welt zusammen, um ein Land ihrer Wahl auf internationalem politischem Parkett zu vertreten. 73 Jahre später trafen sich 25 Studierende aus siebzehn verschiedenen Nationen vom 25. bis 29. September 2019 in Bad Homburg, um auf der diesjährigen STUBE Hessen-Herbstakademie die Vereinten Nationen (UN) als Organisation in ihren Strukturen, Funktionen und Verantwortlichkeiten zu beleuchten und in die Rolle von Delegierten zu schlüpfen.

Im Rahmen eines Planspiels, das Tsisia Ninikelashvili, Masterstudentin aus Georgien an der Goethe-Universität Frankfurt und Generalsekretärin der Main Model United Nations (MainMUN) anleitete, lernten die Studierenden aktiv diplomatische Verhandlungsprozesse in internationalen Organisationen kennen und verabschiedeten als Generalversammlung eine Resolution zur „Vorbeugung und Bekämpfung von Korruption“. Die Studierenden erarbeiteten sich das Verhalten nach den UN „rules of procedure“, Regeln der Vorgehensweise während der Simulation. Durch diese Regeln wurde eine starke, überaus realistische Annäherung an die echte UN ermöglicht.

Mit weiteren Expert/-innen aus Forschung, Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutieren die Teilnehmenden in fünf Tagen die Bedeutung multilateraler Organisationen in der gegenwärtigen Weltsituation. Im September 2015 verabschiedeten die UN die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 (Sustainable Development Goals – SDGs). Ziel 16 fordert insbesondere „leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und transparente Institutionen auf allen Ebenen“ aufzubauen. Denn ohne ein sicheres Umfeld und rechtstaatlich handelnde Institutionen ist eine nachhaltige Entwicklung nicht möglich. Helena Peltonen-Gassmann, Stellvertretende Vorsitzende von Transparency International Deutschland e. V. (TI) und Sieglinde Gauer-Lietz, Leiterin der Arbeitsgruppe Staatliche Entwicklungszusammenarbeit, präsentierten, wie Korruption in internationalen Organisationen effektiv und nachhaltig eingedämmt werden kann.

Tobias Schwab, Wirtschaftsredakteur bei der Frankfurter Rundschau, stellte sich den vielen Fragen der Studierenden rund um den medialen Beitrag Transparenz zu schaffen und Missstände in der Welt aufzudecken. Eine Studentin aus Kolumbien fragte, inwiefern Journalist/-innen mit dem Instrument der Sprache Macht ausüben können. Schwab betonte, dass es zentral für das journalistische Schaffen sei zu reflektieren, was bestimmte Begriffe transportieren. „Die Wahl zu welchen Worten man greift kann Vieles bewirken. Es macht in der Tat einen Unterschied, ob von Entwicklungshilfe oder Entwicklungszusammenarbeit gesprochen wird. Da der Begriff Entwicklungshilfe Machthierarchien zwischen gebendem und nehmendem Land impliziert, gelten Begriffe wie Dritte Welt und Entwicklungshilfe mittlerweile als veraltet.“, erläuterte Schwab.

Darüber hinaus diskutierten die Studierenden mit Prof. Dr. Lothar Brock vom Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), ob mit Blick auf Ziel 16 Frieden als Leitmotiv der Agenda 2030 fungiert und wie die programmatische Verknüpfung von Frieden und Entwicklung zu beurteilen ist. Beeindruckt von der Vielfalt der Teilnehmenden stellte Brock fest: „Wenn ich auf Studierende treffe, sehe ich mich auch immer als Studenten. Wir lernen voneinander!“               

Published Date: 
Donnerstag, 11.07.2019

“Migration and Leadership-Skills” – Internship with InterCap and STUBE Hessen

To say: “I will organize a workshop” is easy. The hard part starts, when you realize that every little aspect of the workshop has to be planned and organized. With World University Services (WUS) and InterCap I had the chance to learn many things, and best of all, have a connection to topics of sustainability and migration. With this report I want to show what I learned in my short Internship with InterCap and WUS.

I wanted to do the Internship with InterCap because I could take a look at what happens in the offices of Stube Hessen, a program from WUS. Not only that, I could have the chance to learn about Global Learning and how it is being promoted with organizations like InterCap. As I am a member of “Grenzenlos”, a program which encourages international students to talks about sustainable topics in schools, I knew the internship would be a perfect fit for me.

One of my favorite parts of the internship was when I had to research about migration for a workshop from Stube-Hessen in November 2019. Migration is a topic that has always been very personal to me and which I want to invest more of my time in. I had to do an intense research on sub-topics of the current politics of migration and look up speakers from different Universities or organization in Hessen, who were experts in the topic. I was also asked to plan how I would like the workshop to be. It was a task I did very passionately.

Alejandra Isabel Garcia Hernandez © STUBE Hessen

 

I was also part of a weekend-workshop on how to manage and organize intercultural events. I had the chance to give my own input on how to be a multiplicator and what I do as an active member of “Grenzenlos”. It was an amazing opportunity to practice my organizational skills and also to leave those fears of speaking in public behind. During this weekend-workshop, I learned about my own leadership skills as well as how I can teach others how to strengthen their own. It was a great experience, which showed me that even though I am not a professional speaker, I can still communicate important topics to others.

Alejandra speaking about her experience Global Learning © STUBE Hessen

Alejandra Isabel Garcia Hernandez is a student from Honduras at Goethe-University Frankfurt studying Educational Science. She did an internship with InterCap from 3rd to 9th of June 2019. During the internship, Alejandra Isabel Garcia Hernandez joined the project STUBE Hessen. STUBE Hessen, a project of World University Service (WUS), offers Seminars, academies and workshops for international students in Bachelor, Master, Magister and PhD programmes. The focus is on development-oriented issues and the events are executed in cooperation with competent experts. The seminars, academies and workshops provide to develop a South-South dialogue in which topics relevant for the participants are discussed. By offering these events STUBE Hessen also aims to building up a network among the students. STUBE Hessen supports initiatives and work groups of foreign students who want to organize development-oriented events in their cities. The support includes help with the organization and implementation of events, choosing experts, and STUBE will, on request, co-funding the event.

https://www.developtogether.eu/de/news/171-migration-and-leadership-skills-internship-with-intercap-and-stube-hessen

Published Date: 
Dienstag, 12.03.2019

Bildungsarmut darf kein Schicksal sein! Internationale Studierende zu Gast im hessischen Wirtschaftsministerium

Die entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes Hessen kennenlernen – das war das Ziel von rund 30 internationalen Studierenden aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die am 8. März 2019 das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen in Wiesbaden besuchten. Die Wiesbadenerin Stella Goldau-Caputula zeigte vor Ort wie Bildungschancen auch in entlegenen Gebieten Malawis geschaffen werden und berichtete von ihrem Engagement für den Wiesbadener Verein You Are Not Alone.

Das erste Ziel der Sustainable Development Goals (SDGs) möchte "Armut in jeder Form und überall beenden". Bildung kann dabei ein Schlüssel sein, der Armut zu entkommen und verhindern, dass Armut über Generationen weitervererbt wird. Vom 6. bis 10. März 2019 beleuchteten Studierende hessischer Hochschulen aus Afrika, Asien und Lateinamerika in der Akademie „Armut und Bildung“ den Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Herkunft und Bildung und fragten danach, wie für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sichergestellt werden können. Die Akademie bot ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Exkursion zum Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen in Wiesbaden.

In interaktiven Workshops, die von Referent*innen hessischer Hochschulen sowie aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft durchgeführt wurden, erarbeiteten sich die 30 internationalen Studierenden ein um-fassendes Hintergrundwissen zu Themen wie „Familientradition Hartz IV?“; „Soziale Ungleichheit in Deutschland“; „Das Bildungssystem Kolumbiens“, „Lernen in entlegenen Gebieten Malawis“; „In-tersektionalität im Klassenzimmer“ und „Erkenntnisse aus der Armutsforschung“. 

Referent*innen waren:
•    Stella Goldau-Caputula, You Are Not Alone e.V., Wiesbaden
•    Gilbert Blumenstiel, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
•    Anne-Marie Schwalm, Hochschule Darmstadt University of Applied Sciences
•    Dr. Irina Volf, Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.
•    Tina Breidenich, Goethe-Universität Frankfurt
•    Andrés Felipe Macias, Start-Up Whinker, Kolumbien
•    Dr. Andreas Haidvogl, Goethe-Universität Frankfurt
•    Dr. Dominik Wagner, Justus-Liebig-Universität Gießen
 

Published Date: 
Donnerstag, 07.02.2019

Ausgezeichnet: Das STUBE-Netzwerk ist Vorbild für Nachhaltigkeit

Bundesministerium für Bildung und Forschung und Deutsche UNESCO-Kommission zeichnen herausragende Bildungsinitiativen für nachhaltige Entwicklung aus© DUK, Thomas Müller

Eine Schule, die eine Regenwassernutzungsanlage einsetzt. Globale Lernpartnerschaften, in denen Berufsschüler etwas über nachhaltiges Wirtschaften lernen. Eine Gemeinde, die sich für Bildung, Ressourcenschonung, Klimaschutz und Mobilität in ihrer Region stark macht – gute Bildungsbeispiele für nachhaltige Entwicklung in der Praxis sind zahlreich. Unter dem Motto „Ausgezeichnet“ prämierten Staatssekretär Christian Luft vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) Prof. Dr. Maria Böhmer 32 Lernorte, 43 Netzwerke und 6 Kommunen für ihr herausragendes Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung am 28. November 2018 in Bonn. Staatssekretär Christian Luft hob die gesellschaftliche Bedeutung der gewürdigten Initiativen hervor: „Wir brauchen in Deutschland und der Welt ein noch stärkeres Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit Ressourcen und der Notwendigkeit eines nachhaltigen Lebens. Hierfür spielt Bildung für nachhaltige Entwicklung eine Schlüsselrolle. Die heute ausgezeichneten Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung. Positive Beispiele und das beeindruckende Engagement der vielen Beteiligten bringen uns in der Verankerung einer nachhaltigen Entwicklung im deutschen Bildungssystem einen weiteren Schritt voran.“

Wie wichtig das Engagement angesichts der aktuellen globalen Herausforderungen ist, betonte DUK-Präsidentin Prof. Dr. Maria Böhmer: „Die neuesten Warnungen von Weltklimarat und Weltbiodiversitätsrat zeigen: für eine zukunftsfähige Welt brauchen wir schnelle und weitreichende Veränderungen. Wie Nachhaltigkeit praktisch gelebt und erfahrbar werden kann, das zeigen unsere 81 herausragenden Bildungsinitiativen Tag für Tag. Ich wünsche mir, dass ihre neuen Lösungsansätze zahlreich aufgegriffen und weiterentwickelt werden.“

Das STUBE Netzwerk ist ein durch Brot für die Welt finanziell und inhaltlich unterstütztes Studienbegleitprogramm. Es engagiert sich erfolgreich, Akteure aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa STUBE bei der Transformation hin zu einer ökologischeren und sozial gerechteren Weltgesellschaft zu unterstützen. Die Studierenden können an einem individuellen Fachstudium durch qualitativ hochwertige außeruniversitäre Veranstaltungen, die am Globalen Lernen und dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgerichtet sind, teilnehmen. Die klare Fokussierung auf die SDGs und deren Umsetzung in Bezug auf die Sensibilisierung und Qualifizierung der Studierenden ist besonders zu würdigen.

BNE strukturell in der Bildungslandschaft verankert

Seit 2016 zeichnen das BMBF und die DUK im Rahmen der nationalen Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung einmal im Jahr Bildungsinitiativen aus. Die Auswahl trifft eine Jury bestehend aus Mitgliedern der Nationalen Plattform BNE sowie Vertretern des BMBF, der Freien Universität Berlin und der DUK. Neben Lerninhalt, Methoden und Lernprozessen richten die ausgezeichneten Akteure ihr gesamtes Handeln auf BNE aus. Sie orientieren auch die eigene Bewirtschaftung an Prinzipien der Nachhaltigkeit. Somit tragen sie dazu bei, BNE strukturell in der deutschen Bildungslandschaft zu verankern. Als offizieller Beitrag zum Weltaktionsprogramm stellen sie sich ab sofort auf der Internetseite des BNE-Portals vor und profitieren vom Austausch mit anderen Akteuren in einem breiten Wissens- und Praxisnetzwerk. Darüber hinaus stehen die Freie Universität Berlin und die DUK den Initiativen bei Fragen zu der Weiterentwicklung beratend zur Seite.

Hintergrund

Nachhaltige Entwicklung bedeutet Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt zu verwirklichen. Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 der Vereinten Nationen und dem UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (2015–2019) ist die Umsetzung von BNE als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben. Deutschland beteiligt sich mit dem Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung, der im Juni 2017 von der Nationalen Plattform BNE verabschiedet wurde.

Weitere Informationen
Die ausgezeichneten Initiativen
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Publikation „Strukturen stärken - Ausgezeichnete Kommunen, Lernorte und Netzwerke des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung im Porträt“

Seiten