Published Date: 
18.06.2018

Westerburg, 18.06.2018 (jub)- An der Berufsbildenden Schule in Westerburg (BBS Westerburg) im Westerwald geht es global zu. Der Projekttag am 18. Juni 2018 bietet den Schüler/-innen die Chance, über den eigenen Tellerrand zu schauen und mehr über globale Zusammenhänge zu erfahren. Gemeinsam mit fünf Referent/-innen aus Afrika, Asien und Lateinamerika des Projekts „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ bearbeiten sie aktuelle Globalisierungsthemen in interaktiven Workshops. „Gerade weil wir in Zeiten von Protektionismus und übersteigertem Nationalismus ein Zeichen für das Zusammenwachsen der Weltgemeinschaft setzen wollen, ist dieser Projekttag ein hervorragendes Angebot für unsere Lernenden. Sie lernen Globalisierung als einen Prozess kennen, der z.B. durch verantwortungsbewussten Konsum gestaltbar ist“, sagt Schulleiter Joachim Dell über diesen besonderen Projekttag.

Die Themen sind vielfältig: Cyrus Robiro kommt ursprünglich aus Kenia und studiert derzeit Frankfurt Sozialwissenschaften. Sein Spezialgebiet ist Kaffee und in seinem Workshop wird der Frage nachgegangen „Genuss oder Ausbeutung? Der Abbau der Kaffeebohnen in den Herkunftsländern ist harte Arbeit und wird zu schlecht bezahlt. Robiro klärt daher über Fairen Handel auf. Mit einem Planspiel zeigt er Möglichkeiten, um fair einzukaufen. Seine Mitstreiterin bei „Grenzenlos“ ist Maryam Sultan. Sie studiert in Koblenz auf Lehramt in den Fächern Germanistik und Biologie. Ihre Wurzeln liegen in Pakistan. Pakistan ist das Land, in dem die meisten Fußbälle produziert werden. In ihrem Workshop erfährt man daher mehr darüber, welche Produktionsbedingungen in Pakistan herrschen und wie wir dies hier in Deutschland beeinflussen können. Sanimgul Yeszhan studiert Erziehungswissenschaften in Frankfurt. Sie ist in Kasachstan groß geworden, in dem der Aral-See liegt. Der Aral-See ist aufgrund der Baumwollproduktion schon fast ausgetrocknet. Um darauf aufmerksam zu machen, thematisiert sie daher in ihrem Workshop, welche Rolle unser Konsumverhalten dabei spielt. Ein ebenso aktuelles Thema hat Carolina Mallmann Erbes. Sie studiert Biodiversität und Umweltbildung in Karlsruhe. Ursprünglich kommt sie aus Brasilien. Einem Land wo „Soja“ als Monokultur für unsere Essgewohnheiten und als billiges Futtermittel angebaut wird. Sie zeigt in einem Planspiel, welche Konsequenzen dies für Land und Tier vor Ort hat. Anna Frerichs Thema „Die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs)“, rundet die Workshops ab. Die Studentin der Ethnologie aus Frankfurt erläutert das Konzept der Vereinten Nationen und lässt die 17 Nachhaltigkeitsziele von den Schüler/-innen in Gruppenarbeit vertiefend bearbeiten.

Die Idee, dass junge Menschen aus dem Globalen Süden ihr Wissen über die Welt im berufsbildenden Unterricht einsetzen, überzeugte auch Christian Dörge. Er hatte „Grenzenlos“ bei einer Lehrerfortbildung zu Globalem Lernen kennengelernt und gemeinsam mit weiteren engagierten Lehrkräften bereits mehrere Lehrkooperationen umgesetzt.

Das Projekt „Grenzenlos—Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ wird gefördert von den Ländern Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Weitere Informationen unter www.wusgermany.de/de/auslaenderstudium/grenzenlos, oder bei Dr. Julia Boger (boger@wusgermany.de, 0611/9446051).