Published Date: 
25.07.2022

Arhea Marshall und die 17 SDGs (c) Dr. GiebelWiesbaden/Hünfeld 30.06.2022. "Wir uns das Wasser in unseren Kleiderschränken"- so lautet der Titel der Lehrkooperation der Grenzenlos-Aktiven Arhea Marshall, welche im Rahmen des BNE-Tags an der Konrad-Zuse Schule Hünfeld am 30. Juni 2022 stattfand. Schülerinnen und Schüler der Klasse 11FW schildern ihre Einblicke:

"Arhea Marshall ist PhD-Studentin an der Universität Tübingen[1] und stammt aus Trinidad und Tobago[2]. Begleitet wurde unser Workshop von unseren Lehrkräften Sigrid Schmalz und Dr. Michael Giebel. Zunächst haben wir die Anzahl unserer T-Shirts und Jeanshosen in unseren eigenen Schränken notiert und einen Eindruck gewonnen, wie viele sich in unseren Kleiderschränken und denen unserer Lehrkräfte befinden. Immer wieder wurden dabei die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) thematisiert.[3] Unser Fokus lag auf dem „SDG 12 Nachhalte/r Konsum und Produktion“.Wir haben uns daher damit auseinandergesetzt, unter welchen Bedingungen Kleiderstoffe (in Anbauländern) angebaut, verarbeitet und transportiert (Stichworte: Lieferketten, Baumwollanbau, Rohstoffgewinnung) werden und welche Wirkungen der Kleiderkonsum auf den Wasserverbrauch nicht nur hier, sondern auch woanders hat. Der zentrale Begriff ist „virtuelles Wasser“. „Unter virtuellem Wasserverbrauch wird derjenige Verbrauch von Süßwasser verstanden, der durch die Produktion von Lebensmitteln, Kleidung und industriellen Gütern verwendet wird. Dieser Verbrauch wird auch als virtueller Wasserfußabdruck bezeichnet, den jedes Produkt hinterlässt.“[4]

Wie entlang eines roten Fadens haben wir uns die Lieferkette und deren einzelne Stationen angeschaut. Am Ende der Produktion wurden z. B. für eine Jeans 8.000 l Wasser benötigt, d. h. zehn Jeanshosen im Kleiderschrank benötigen das Wasser, das in einen 10x4x2 Meter Pool passt (80.000 l)! Zum Abschluss haben wir überlegt, was wir in unserem Alltag und an unserem Konsumverhalten ändern können. Unsere Maßnahmen haben wir für uns auf Postkarten geschrieben, die wir in der nächsten Zeit von Arhea nach Hause geschickt bekommen.Die Lehrkooperation hatte im Anschluss an den Vortrag „Fast Fashion“ von Frau Prof. Dr. Gerharz, Hochschule Fulda, stattgefunden. Das hat gut gepasst, da  insbesondere die Auswirkungen der Kleidungsproduktion auf Wasser betrachtet wurden."

"Grenzenlos - Globales Lernen in der beruflichen Bildung" ist ein Projekt des World University Service (WUS) und richtet sich an berufsbildende Schulen.[5] Die Konrad-Zuse-Schule ist als „Grenzenlos-Schule“ akkreditiert. Die „Grenzenlos-Aktiven“ sind Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika und führen „Lehrkooperationen“ mit Lehrkräften an beruflichen Schulen  durch.

Das Projekt „Grenzenlos—Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ wird vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert In Hessen ist das Projekt Teil der Dachmarke „Nachhaltigkeit Lernen in Hessen“, des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Text: Klasse 11 FW mit Sigrid Schmalz und Dr. Michael Giebel




[2] Für alle, die nicht genau wissen, wo Trinidad und Tobago liegt: https://de.wikipedia.org/wiki/Trinidad_und_Tobago

[4] Oliver Jorzik | ESKP (aktualisiert März 2019): Virtueller Wasserverbrauch. In: Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum  GFZ  (Hrsg.): Earth System Knowledge Platform (ESKP): https://www.eskp.de/grundlagen/klimawandel/virtueller-wasserverbrauch-9351029/ zuletzt geprüft am 30.06.2022